Entschädigungen für Erben der polnischen Opfer der deutschen Herrschaft in Polen zwischen 1939-1945

BRD hat sehr clever Rivalität zwischen den Systemen Demokratie und Kommunismus im Kalten Krieg  und Abhängigkeit der Volksrepublik Polen von Sowjetunion  beinahe halbes Jahrhundert ausgespielt um  die Erledigung der Frage der Entschädigung bzw. Reparationen  an Polen zu verzögern.
Offizielles Deutschland behauptet heute,  die Frage der Reparationen und Entschädigungen an Polen, die erst mit dem Friedensvertrag behandelt werden sollte sei  endgültig mit dem 2 + 4 Vertrag, einer Art Ersatzfriedensvertrag, erledigt. Nun Polen, eine der faktischen Siegermächte des zweiten Weltkrieges  gehört nicht zu Unterzeichner dieses Vertrages.
Es kommt dazu, dass in Deutschland  die  deutschen Verantwortlichen die  in  Polen  innerhalb von  beinahe sechs Jahre zwischen September 1939 bis  Mai 1945 Terror, Vernichtung und Tod zu verantworten hatten, ganz selten zur Verantwortung gezogen wurden. Z.B. von 130 deutschen Kreishauptleuten die   Ende 1939 nach Polen in die GG (Generalgouvernement) entsandt wurden, viele von ihnen  gut gebildet mit Doktortiteln, ist kein einziger verurteilt worden.  Diese 130 Männer bildeten zentrale Stellen deutscher zivilen Verwaltung im besetzten Polen. Sie haben ausnahmslos eine Politik der Ausbeutung der polnischen Bevölkerung umgesetzt.
Sie haben unter dem Bruch der Haager Konvention über Landkriegsführung in besetztem Polen  NS-System, der Judenerfassung und Verfolgung installiert. Dazu hatte Deutschland kein Recht gehabt.
Auch keiner der Verantwortlichen der Gräueltaten  in Warschau, während des Warschauer Aufstandes (z. B. Wola Massaker) wurde je zu Verantwortung gezogen.
Die Einzigartigkeit der deutschen Gräueltaten in den Jahren 1939-1945 gegenüber dem polnischen Volk ist bis heute den Deutschen nicht bewusst.
Als erster Deutsche hat dieser Tage  ein 74 jähriger politischer Journalist Herr Thomas Schmid  ehemaliger Herausgeber der Tageszeitung die Welt im  Artikel „Warum Polen in Berlin ein eigenes Denkmal haben muss“ versucht dem deutschen Publikum Einzigartigkeit des Deutschen Angriffs auf Polen  zu erklären:

„Der Kampf der Nationalsozialisten gegen Polen war nicht Teil einer allgemeinen und schon vor dem Krieg festgelegten Ost-Strategie zur Vernichtung oder Unterwerfung aller „Slawen“ sowie zur Eroberung von Ressourcen und „Lebensraum“ für Deutschland und die Deutschen. Die Zerstörung Polens war ein eigenes Ziel.“

https://schmid.welt.de/2020/07/20/warum-polen-ein-eigenes-denkmal-in-berlin-haben-muss/

Deshalb nenne ich den Krieg gegen Polen den ersten rassistischen Krieg Deutschlands, der erst später sich zu dem II Weltkrieg entwickelt hat.

Am 14 Juni jährt sich zum 80-ten Mal erster Transport der polnischen Häftlinge nach Auschwitz

Beadauerlicherweise in der selben  Zeitung "die Welt" der  leitende Redaktuer der Zeit- und Kulturgeschichte, Sven Felix Kellerhoff ist entschieden gegen Bau des Denkmals für Polen in Berlin, da dies eine  national-konservative Regierung in Polen stärken würde (Ausgabe von 21.Februar 2019).

Die meisten der polnischen Opfer leben  nicht mehr. Deshalb glauben viele Deutsche, dass die Frage der Entschädigung an Polen beendet sei, sich so zu sagen auf natürliche Weise erledigt hat.
Es leben aber ihre Erben, Töchter und Söhne der Opfer, Enkelkinder die Ihre Großeltern nicht kennenlernen könnten, weil diese jung unter deutschen Besatzung ihr Leben verloren haben.
Es  leben auch Erben der Deutschen Täter. Geraubte Güter  und Vermögen sind in Deutschland zu finden, oder auf Nummernkonten anderswo.
Es ist einfach nicht wahr, dass Deutschland nicht genug Geld hat um angemessen Polen zu  entschädigen, wie  ein junger  aber einflussreicher  Grüner  Abgeordneter des deutschen Bundestages   Manuel Sarrazin, (geb.1982) und  ab 16 Lebensjahr in der Politik, in seiner  viel beachteten Beitrag , den er aktuell veröffentlicht hat (Juni 2020),behauptet. https://manuelsarrazin.de/2020/06/15/zur-frage-der-reparationsforderungen-aus-polen/#_ftnref1

Deutschland verfügt über genug Mittel und Know-how um Polen zu entschädigen wenn Deutschland es nur will.
Die Entschädigung der polnischen Opfer, die den Namen verdient und die Reparationen wurden ca.  1 Billionen € innerhalb nächsten 30 Jahre kosten.
Wir möchten an der Stelle in Erinnerung rufen, dass alleine Deutsche Einheit innerhalb letzten 30 Jahren bis 2 Billionen Euro gekostet hat. Dass die Beseitigung der politisch verursachten Folgen der Corona-Pandemie alleine in Deutschland  bis 2 Billionen Euro kosten wird. Dabei sind bis 1 Billionen Kosten der Aussöhnung mit Polen innerhalb nächsten 15 Jahren wirklich vertretbar.
Hier irrt Manuel Sarrazin, wenn er behauptet Deutschland kann diese Last nicht stemmen.
Dennoch in einem anderen Punkt hat er Recht: Deutschland kann sich nicht mehr leisten zu ignorieren, dass Polen  und polnische Menschen  nach wie vor  überzeugt sind, Deutschland hat die Entschädigungsfrage bzw. Reparationsfrage noch nicht  abschließend mit Polen geregelt. Und diese fehlende Regulierung steht der tragfähigen Aussöhnung  der Polen mit den Deutschen im Wege. Es ist bemerkenswert, dass erst ein Grüner Politiker sich traute  die seit Anbeginn der Existenz der Bundesrepublik Deutschland  herrschendes deutschen Staatsraison im Punkto „keine Reparationen an Polen“, zu brechen. Bis dahin  waren sich die Konservativen und Sozialdemokraten einig: Entschädigungen an Polen wollen wir nicht zahlen. Schon aus diesem Grund gebührt Herr Sarrazin Respekt.

Hier  eine Erinnerung und eine Beispielrechnung.
Erinnern möchte ich meine Leser an ein Abkommen aus dem Jahr 1952. Genau vom 10 September 1952. Damals war es  Deutschland möglich  mit Israel Reparationsvertrag abzuschließen.  „Reparations agreement beetwen Israel and West Germany“.

Die Hauptnutznießer dieses Vertrages waren europäische  vor allem polnische Juden, die den Krieg überlebt haben und nach Israel, welches gerade vor vier Jahren entstanden war  ausgewandert  sind(Notabene:  die einzigen Bürger Polens die eine Entschädigung von Deutschland, die den Namen verdient je erhalten haben)
Deutschland hat sich verpflichtet aus moralischen Gründen dem Staat der überlebenden Juden  ca. 1 Milliarde  USD während der nächsten 15 Jahren zu zahlen.
Heute nach 68 Jahren mit 10 % Verzinsung jährlich wären es 652 Milliarden 684 Millionen USD. So wirkt  sich Zins und Zinseszins aus, wenn man seine Schulden nicht zeitig bezahlt. Ist Polen schuld daran, dass BRD damals mit Sowjetunion eine Abmachung  getroffen hat, die zum Ziel hatte Polen um  die Reparationen zu bringen statt Polen  Entschädigung zu zahlen?  Es wäre auf jeden Fall billiger.
Und jetzt die Beispielrechnung:  Diese Beispielrechnung betrifft nur „ethnische“ Polen da die Interessen der Polen hebräischen Glaubens bereits durch Israel vertreten wurden.
Angenommen dass die Deutschen  zwischen 1939 und 1945 Schuld für Tod der  maximal  3 Millionen  polnischen Bürger Polens tragen.
Angenommen wir behandeln polnische Opfer wie Katastrophenopfer des Flugzeugabsturzes. Die Entschädigung pro Menschenleben beträgt in der Warschauer Konvention von 1929, die u. A. die Verantwortung der Airlines regelt maximal 8.300 USD pro Person. Aber schon in der vorläufigen Montrealer Konvention  von 1966  wird auf Begrenzung der Entschädigung verzichtet wenn der Tod durch „Arglist“ verursacht wurde.
Gehen wir davon aus, dass eine angemessene für damalige Zeiten Entschädigung für jeden, der durch deutsche  Besatzer Leben verloren hat  zwischen 10.000 und 20.000 USD liegt.  Nehmen wir 10.000 USD als untersten akzeptablen  Betrag. In diesem Fall schuldet Deutschland der Erben der  3 Millionen Opfer 30 Milliarden USD. Ginge man mit Polen um genauso um wie mit Bürger Israels im Jahre 1952 wäre diese Entschädigung von 30 Milliarden innerhalb 15 Jahren ab dem Jahr 1952 für Kinder und Enkel der Opfer  auszuzahlen.

Leider hat sich Deutschland  damals aus der Verantwortung gestohlen. Heute kosten 30 Milliarden USD bei 10% Verzinsung 19 Billionen 581 Milliarden USD.
Würde man aber BRD als einem guten polnischen Partner in EU und NATO, und Nachbar Polens nur freundliche  5% Zinsen berechnen, was Polen bestimmt bereit wird zu tun , sind es  vertretbare 828 Milliarden USD die Deutschland polnischen Erben der Opfer schuldet.

Nun zu den Erben: Angenommen  dass  jeder und jede von polnischen Opfer durchschnittlich 6 lebende  Enkel hat hätten wir  maximal 18 Millionen Erben. Im Übrigen beinahe die Hälfte des polnischen Volkes! Jedem Erben stehen dann maximal 46.000 USD zu für den ermordeten Großvater oder ermordete Großmutter oder Großeltern die in die Zwangsarbeit verschleppt wurden und starben. Und so ist Schuld der Deutschen an  Verbrechen an polnischen Nachbarn getilgt.
Es ist einfach und machbar, Herr Sarrazin, zumal diese 46.000 USD  eine Maximalsumme darstellen und innerhalb nächsten 15 Jahren auszuzahlen sind, vielleicht auch als Renten. Deutschland wird nicht unter dieser Last zerbrechen. Keine Sorge. Wir müssen nicht ins Symbolische fluchten um Polen richtig zu entschädigen und Gedenken der Toten nicht durch unangemessen kleine Summen zu  beleidigen, wie Sie befürchten.
Die berechtigten Erben  sollten direkt an die Bundesregierung Anträge stellen dürfen, oder durch polnische Gerichte. Der Rechtsweg sollte vor dem Europäischen Gerichtshof enden dürfen.
Im alten Griechenland Fluch auf Mörder und alle die Gräueltaten  verübten lastete 200 Jahre also sieben Generation. Erst dann kam Versöhnung. Im Falle Polens wird vielleicht bereits die Dritte Generation mit der Entschädigung die Grundlagen für die Versöhnung schaffen.

Es ist bemerkenswert, dass Jaroslaw Kaczynski  sich nach  über 20 Jahren des Schweigens  der polnischen postkommunistischen Politik getraut hat die Frage der deutschen  Wiedergutmachung  für die Schaden des Zweiten Weltkrieges und Besatzung Polens auf die Tagesordnung der Politik zu stellen .Es war wirklich die letzte Möglichkeit vor endgültigen  Historisierung der Vorgänge. Es war gleich die Geburtsstunde der  souveränen  Außenpolitik Polens gegenüber Deutschland.
Schon aus dem Grund gebührt der Partei P i S und Herr Kaczynski Respekt, auch wenn in den anderen Fragen man anderer Meinung als die Partei Recht und Gerechtigkeit (P i S) sein mag.
Die Reparationen  an Polen, oder Entschädigung an Erben der Opfer , vor allem noch lebende Generation der  Enkel, die  keine Chance hatten ihre  ermordeten  Großväter und Großmütter kennen zu lernen von den Generation der deutschen Erben der Täter tut Not.
Die Generation der Enkel ist die letzte durch Verlust direkt geschädigte Generation der Polen.
Viele Menschen aus polnischen Enkelgeneration (heute  ca. sechzig-siebzigjährige  Opas und Omas)  haben ihre Opas und Omas in Auschwitz oder in anderen Lagern aus deutscher Hand verloren, oder aber ihre  Opas und Omas  kamen aus der Zwangsarbeit  in Deutschland schwer gezeichnet mit kaputter Gesundheit nach Hause und starben früh.
Viele  Eltern und Großeltern der heute aktiven Politikergeneration  in Deutschland waren damals Täter. Es ist nicht der Schuld polnischen Erben, dass der deutsche Staat geschickt der Zeitpunkt  der Entschädigungszahlung immer wieder  verzögert hat. Nichts ist aber verjährt.
Verdienen polnische  Enkel der Opfer eine Entschädigung von Erben der  Täter, damit wir in Europa endlich wirklichen Frieden schaffen? Leid der Polen  zählt nicht weniger als Leid der Bürger Israels vormals Bürger Polens jüdischen Glaubens.
Was uns ärgert ist, dass solche wichtige Angelegenheit zwischen deutschen und polnischen Nachbarn 75 Jahre nach dem Krieg noch nicht erledigt ist.

 

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